Home » Allgemein » Von der griechischen Polis ins indische Chennai

Von der griechischen Polis ins indische Chennai

Die Rolle des Staates in Mediensystemen demokratischer Staaten

zapf

FOTO: Zapf

 

Nürnberg, Juni 2015 – Der Staat spielt eine wichtige Rolle als Gestalter und Marktteilnehmer in Mediensystemen demokratischer Gemeinwesen. Über Subventionen oder direkte Unterstützung nehmen staatliche Organisationen ebenso Einfluss wie als Auftraggeber für Anzeigen und Kampagnen in Massenmedien. Nur: das ist bislang wenig reflektiert. So bringt Arvind Sivaramakrishnan die Diskussion um die beste Gestaltung von Mediensystemen auf den Punkt. Als ehemaliger stellvertretender Chefredakteur der indischen Tageszeitung „The Hindu“ (Chennai) und Dozent für Philosophie und Journalismus in Southhampton war Arvind Sivaramakrishnan zu Gast beim Studiengang Technikjournalismus/Technik-PR  und erläuterte seine Sicht auf die Berechtigung staatlicher Förderung von Journalismus.

Der klassische marktliberale Ansatz führe nicht zum von den Demokratien gewünschten hochwertigen Journalismus. Marktmechanismen führten zu Konzentrationen von Medienunternehmen, Beteiligungen von Finanz- oder Industrieinvestoren an Medienhäusern oder förderten eine Ausrichtung an kommerziellen Inhalten, so Arvind Sivaramakrishnan. Aber Öffentlichkeit wie in der Aristotelischen Idee der Polis angelegt sei wichtig für den demokratischen Diskurs. Und dieser Diskurs sei nur möglich, wenn gegen diese Marktmechanismen staatliche Förderungen wirken könnten. Die Modelle hierbei seien vielfältig. Angefangen von indirekter Subventionierung über Steuerermäßigung bei Vertriebskosten oder Sonderabschreibungen bei der Investition in Verbreitungstechnologien bis hin zu Gesellschaftsstrukturen von Stiftungen oder Social Enterpreneurship. Was in der theoretischen Diskussion oftmals vergessen werde sei die Tatsache, dass die öffentliche Hand auch als Marktteilnehmer agiere. Stellenanzeigen von staatlichen odeFOTO: Zapfr öffentlichen Institutionen oder Informationskampagnen würden in manchen Tageszeitungen in Indien fast die Hälfte der Anzeigenerlöse ausmachen.

zapf2

FOTO: Zapf