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Lernhilfe für Flüchtlinge

Nürnberg, November 2015 – Wie können unbegleitete jugendliche Flüchtlinge dabei unterstützt werden, ihre Schulausbildung erfolgreich abzuschließen? Und wie können Studierende sich engagieren und dabei ihre eigenen fachlichen Kompetenzen einbringen? Das sind die zentralen Fragen eines neuen fakultätsübergreifenden Wahlfachs der Technischen Hochschule Nürnberg. Mit dabei sind auch fünf Studierende des Studiengangs Technikjournalismus/Technik-PR.

Das neue Wahlfach verbindet beide Anliegen. Insgesamt 25 Studierende aus verschiedenen Fakultäten können sich so fachlich durch die Hochschule angeleitet speziell für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge engagieren. Die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm bietet dies im Wintersemester 2015/2016 erstmals an.

Die Lehrveranstaltung ist zweigeteilt. Im ersten Teil erhalten die Teilnehmenden zunächst eine fachlich fundierte Ausbildung zum rechtlichen Hintergrund von Asylverfahren und in Interkultureller Kommunikation. Der zweite Teil gilt der praktischen Umsetzung. Die Studierenden wählen selbst ihren Einsatzort bei einer gemeinnützigen Organisation. Dabei bieten die Studierenden den unbegleiteten Jugendlichen Lernhilfe in Deutsch oder Mathematik und geben allgemeine Hausaufgabenbetreuung oder begleiten sie zu diversen Ämtern.

Aber das ist noch nicht alles. Speziell auch für Technikjournalismus-Studierende ist es auf Wunsch auch möglich, sich im sogenannten Back Office zu beteiligen. Dort kann dann an verbesserten Konzepten für die Lernhilfe oder in der Öffentlichkeitsarbeit mitgewirkt werden, indem sie unter anderem Flyer konzipieren oder den Internetauftritt betreuen.

Für das Projekt konnte die TH erstmals eine Vielzahl an gemeinnützigen Organisationen aus der Metropolregion gewinnen, die die Studierenden dann auch in ihrem Einsatz betreuen. Dazu gehören unter anderem die Arbeiterwohlfahrt (AWO), das Bayerische Rote Kreuz (BRK), die Rummelsberger Diakonie und – unter dem Dachverband des Paritätischen – die Wohngruppe Impuls, der Verein für sozialpädagogische Jugendbetreuung e.V. oder der Arbeiter-Samariter Bund (ASB).

Mit diesem Projekt helfen die Studierenden allerdings nicht nur den Jugendlichen, die meist aus Furcht um das eigene Leben ihr Heimatland verlassen mussten. Zusätzlich entwickeln die Teilnehmenden eigene Kompetenzen wie Teamfähigkeit, soziale Interaktion und Engagement, interkulturelle Kompetenz und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Diese Kompetenzen sind auch für das spätere Berufsleben von Vorteil. Sie werden in einem Zertifikat bestätigt und somit für den ersten Arbeitsmarkt sichtbar.

Eingeschrieben haben sich für dieses Projekt 25 Studierende, darunter fünf Studierende aus dem Studiengang Technikjournalismus. Damit ist der Kurs in diesem Semester voll belegt. Begleitet wird das Programm von den Professorinnen Christine Rademacher und Doris Rosenkranz. Auch im kommenden Sommersemester 2016 soll das Seminar wieder angeboten werden. Die Einschreibung ist dann über den Katalog der AW-Fächer möglich.